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Hans im Glück auf Lanzarote

Die Geschichte beginnt im Jahre 1995. Damals hatte ich meine gut bezahlte Arbeit als Schichtführer in der Schweiz verloren, nachdem ich monatelanges Mobbing ertragen musste und seelisch dadurch sehr angeschlagen war. Auslöser meines richtigen Durcheinanders war das Ende der Beziehung zu der bisher größten Liebe meines Lebens. Zuvor hatte ich 2 Eigentumswohnungen gekauft die sich durch die, durch die Finanzierung errechnete Steuerersparnis plus eines stattlichen Eigenkapitals und Miete praktisch fast selbst abbezahlen sollten.

Durch einen Zufall lernte ich kurz darauf einen Mann ( A. )  in meinem Alter kennen bei dem ich als selbstständiger Kurierfahrer arbeiten und laut seiner Aussage gutes Geld verdienen konnte. Ebenso arbeitete eine Sekretärin für ihn, in die er selbst hoffnungslos verliebt war, die aber außer ihrer Arbeit, nichts von Ihm wissen wollte. A. hatte ziemliches Übergewicht und war sonst auch sehr ungepflegt. Nach einiger Zeit eröffnete sie mir, das sie gerne mit mir zusammen wäre, aber leider war sie nicht mein Typ und außerdem hatte ich meine Exfreundin längst nicht vergessen.

Im zweiten Monat als Kurierfahrer fuhr ich mit meinem eigenen Auto über 17.000 Km und baute beim ersten Glatteis auch noch einen Unfall, wobei das Auto, ein schöner, gelber BMW leider auch noch zerstört wurde.

Von da an fuhr ich die Touren mit dem Auto des Kurierdienstchefs, welches er damals noch monatlich abbezahlte.

Kurz vor Ende des Monats November 1995 ging er plötzlich nach Italien, um seiner logisch klingenden Aussage nach, Geld auf das Haus seiner Eltern aufzunehmen. Damit würden wir einen Transporter finanzieren, um lukrativere, weitläufigere Europatouren damit fahren zu können.

Er kam aber nicht mehr wieder und verschwand für immer. Inklusive meines bis dahin erarbeiteten Lohnes, den ich natürlich auch abschreiben konnte. Damit stand ich und die Sekretärin anfangs des Monat völlig ohne alles da und meine Verpflichtungen schienen mich aufzufressen.

Von einem Bekannten, der ein kleines Autohaus mit Werkstatt besaß, bekam ich einen alten BMW, damit ich etwas zum fahren hatte, den ich abbezahlen sollte, wie ich konnte.

Dort lernte ich T. kennen, der mir den Vorschlag unterbreitete, das ich durch die telefonische Erinnerung säumiger Schuldner des Autohauses Geld verdienen könnte, in dem ich einen prozentualen Anteil erhalten würde. Da ich immer sehr schüchtern war fiel mir die Telefoniererei nicht leicht, aber die angerufenen Leute waren meistens freundlich und ich verdiente dabei gutes Geld.

Nach ein paar Tagen bat mich dieser T.  der das Büro des Autohauses leitete um einen Gefallen für den ich DM 200,- erhalten sollte. Ich sollte dafür einen Treuetest mit seiner Freundin durchführen. Den dafür nötigen Vorwand lieferte er mir in allen Einzelheiten, so das es auch für mich als schüchternen Menschen machbar war. So stand ich dann mit zitternden Knien vor der Türe der Frau und klingelte.

Als sie öffnete traute ich meinen Augen nicht. Vor mir stand eine Frau mit osteuropäischem Akzent, wie ich sie mir optisch in meinen wildesten Träumen kaum attraktiver hätte vorstellen können. Der Vorwand funktionierte gut und so bekam ich dann auch noch im Wohnzimmer einen Kaffee angeboten und wir unterhielten uns über alles Mögliche. Da sah ich plötzlich ein Foto auf dem sie vor einem Lamborghini im Wert von damals ca. DM 250.000,- stand, worauf sie mir erklärte, das es sich dabei um das Auto ihres Freundes handelte.

Im Laufe des Gesprächs wurde durch ihre andauernde Schwärmerei klar, das sie ihn nie und nimmer betrügen würde. Ich war dennoch total hingerissen von ihr und vergaß dabei praktisch schlagartig den Kummer wegen meiner Exfreundin.

Wieder zurück im Autohaus angekommen berichtete ich diesem T. , das es keinen Zweifel über ihre Treue zu ihm gäbe. Außerdem waren mir dann DM 200,- dafür zu viel, aber da ich unbedingt Geld brauchte nahm ich DM 100,- . Dann klärte er mich darüber auf, das es für ihn besser wäre, wenn es nicht so wäre, da er verheiratet sei und die Affäre eigentlich beenden wolle, sie aber eine Asylbewerberin wäre und ihn unbedingt heiraten wolle.

In meiner Situation war ich zwar die denkbar schlechteste Alternative für sie, aber insgeheim machte ich mir dennoch Hoffnungen, sie eines Tages eventuell doch an meines Seite zu haben, da wir uns sehr gut unterhielten und uns recht sympatisch fanden.

Außerdem fragte ich ihn dann nach dem Lamborghini und wie es möglich sei, in seinem Alter solch ein teures Auto zu besitzen? Er antwortete mir, er habe mit einem befreundeten Steuerberater zusammen Wohnblocks gebaut und verkauft und dabei sehr gut verdient.

Er meinte außerdem, er überlege ins Ausland zu gehen und warte noch auf eine gute Idee. Ich erzählte ihm, das ein anderer Bekannter mir seit einem Jahr ständig telefonisch berichtete, wie toll es auf den Kanaren für ihn wäre und wie gut alles dort laufen würde.

Daraufhin machte T.  mir den Vorschlag, einmal hinzu fliegen und vor Ort abzuklären, ob es Sinn machen würde, dort zu investieren?

So flog ich Mitte März 1996 für eine Woche auf diese Insel und traf meinen Bekannten in seiner Trike Vermietungsfirma.

Er hatte die Idee, das Geschäft auf kleine Alkoholfläschchen ähnlich dem bekannten „Feigling“ auszuweiten um damit, seiner Meinung nach, gutes Geld zu verdienen. Den Vertrieb sollte ein Österreicher übernehmen, der meinem Empfinden nach aber eher nur ein extrem dummes Großmaul war und mit dem ich niemals warm werden würde, aber das sollte ja nicht unbedingt mein Problem sein.

Nach meiner Rückkehr nach Deutschland wurde gleich alles für meine schnell beschlossenen Umzug vorbereitet und T. bestellte auf seine Rechnung 10000 der Alkoholfläschchen sowie dringend benötigte Reifen für die Trikes, die ich über einen anderen Bekannten zu einem Drittel des spanischen Preises für die Trikevermietung besorgen konnte.

Dann fuhr ich mit voll bepacktem Auto von Rheinfelden über Cadiz mit der Fähre runter auf die Kanaren. Meine in Deutschland noch zu erledigenden „Kleinigkeiten“ wollte T.  mit meiner ausgestellten Vollmacht erledigen und dann nach kommen. Unten angekommen ging schon bald der Ärger mit diesem nichtsnutzigen österreichischen Schlägertyp los. Das einzige was er gut konnte war spanisch sprechen und darauf ruhte er sich aus und lies andere für sich arbeiten. Er kümmerte sich kaum um den vorher abgesprochenen Vertrieb der Alkoholfläschchen die zwischenzeitlich angekommen waren. Für mich sollte ja aber alles gut werden, wenn dieser T. dann endlich auch unten angekommen wäre, was er 2 Wochen später auch tat. Auf meine Frage, was er mit seiner Freundin gemacht hat, erwiderte er, er habe noch keine gute Idee.

Ich aber hatte Eine und konnte sie nicht mehr vergessen. Der damals noch anwesende Vorbesitzer der Firma hatte plötzlich nur noch eine Touristin im Kopf und schon bald meinte er, er würde gerne nach Deutschland gehen und diese dort heiraten und dabei würde das von ihm benötigte Geld gespart werden, was der Firma zugute käme.

Der noch laufende Kredit in Höhe von monatlich DM 5000,- würde vom dann als Manager eingesetzten T.  monatlich beglichen werden sowie mögliche Extrazahlungen. Fortan war dann täglich inklusive Wochenenden viele Stunden in dieser Firma beschäftigt und die vom Vorbesitzer angepriesenen Einnahmen waren viel zu hoch angegeben worden.

Meine Aufgabe bestand darin die Trikes in gutem Zustand zu halten und Mietinteressenten die Fahrzeuge zu erklären und bei einer Probefahrt mit ihnen festzustellen ob sie zum sicheren Fahren geeignet wären. Trotz aller Vorsicht gab es häufig kleinere Unfälle die wenn wieder eine Vordergabel verbogen war immer über DM 2000,- kosteten. Die Selbstbeteiligung der Kunden war nur DM 350,- .

Dann gab es für organisierte Triketouren, die wir für Reiseveranstalter ausrichteten neue Versicherungsbedingungen, die plötzlich viel teurer waren und die Touren damit nicht mehr durchgeführt werden konnten so das dieses Geld auch noch fehlte. Meine beiden Eigentumswohnungen in Deutschland waren zu der Zeit vermietet und plötzlich erreichte mich ein Brief von der Bank, worin stand, das seit 3 Monaten keine Zahlungen mehr eingegangen wären. Ich hatte inständig gehofft, das damit alles gut ging, aber statt dessen hatte ich nun das nächste Problem.

2 Tage später zog der Mieter aus und die in kurzer Zeit völlig verwahrloste Wohnung wurde von einem alten Bekannten wieder instand gesetzt und gleich wieder vermietet. Dieser neue Mieter war aber die größte Katastrophe. Er bezahlte wiederum nur 2 Monate pünktlich während er laut Klagen der Nachbarn oft Parties dort veranstaltete und nebenbei krummen Geschäften nach ging.

Diese Wohnung hatte über DM 150000,- gekostet, wovon bereits fast DM 100.000 bezahlt waren. Dennoch wurde sie schlussendlich zu einem Preis versteigert, bei dem ich noch einmal DM 12000,- zuzahlen sollte, und dann aber durch geschickte Verhandlungen einer Bekannten mit DM 1000,- sozusagen aus dem Schneider war.

Der bisherige Besitzer der Trike-Firma entschloss sich dann seine Touristin zu heiraten und in Deutschland zu leben. Am Vorabend seines Abflugs hatte plötzlich der streitsüchtige, dumme Österreicher noch eine unsinnige Rechnung mit ihm offen, die mir zwar nicht einleuchtete, aber mit einer blutigen Lippe des Vorbesitzers endete, der am nächsten Morgen früh abflog.

Er hatte uns völlig falsche Zahlen genannt und die Situation der Firma war nicht gut, was aber dem faulen Österreicher lange nicht das Recht gab, so zu handeln.

Wo war ich nur gelandet? Die täglichen Einnahmen reichten gerade für ein Dach über dem Kopf und gerade so für die nötigen Nahrungsmittel. An meine feste Anstellung mit sozialer Absicherung war überhaupt nicht zu denken.

Eines Tages gab es plötzlich den überraschenden Besuch der Freundin von T. . Damals konnte man innerhalb Europas noch gut ohne Ausweise fliegen.

Ihre Ankunft baute mich in dem ganzen Elend irgendwie wieder etwas auf. Sie machte sich im Büro der Firma so nützlich wie sie konnte. Für mich gab es nur arbeiten und schlafen.

Während dessen hatte ich kaum Bekannte und die wenigen Leute mit denen ich zu tun hatte, schienen alle  irgendwie ein klein wenig kriminell oder sonst komisch zu sein.

T.  erzählte mir alle möglichen Geschichten, wer wieder was über mich verbreitet haben sollte. Da er noch immer die einzige Vertrauensperson für mich war, glaubte ich ihm, obwohl er sich oft mit, für meinen Eindruck, sehr zwielichtigen Gestalten traf.

Auch war es sehr komisch, wie plötzlich seine Freundin aus dem Nichts aufgetaucht war und irgendwann auch genauso plötzlich wieder verschwand, weil sich die Ehefrau von T. ,  eine Tschechin als Gast angekündigt hatte.

Als sie ankam war ich sehr verwundert, denn auch sie war eine wunderschöne Frau, die zwar menschlich bei weitem nicht so herzlich wie seine albanische Freundin war aber dennoch total prima. Die Frage die ich mir stellte war, wie kam er tatsächlich früher an diese Frauen? Hatte er seinen Lamborghini mit Frauen verdient und nicht mit Wohnungen? 

Von dem großen Geld war ja offensichtlich nichts mehr übrig, aber ich wollte auch nicht zu viel nachfragen und ihn nicht extra stören oder gar provozieren. Eines Tages hatte diese Tschechin ein wohl vergessenes und liegen gebliebenes Stück Unterwäsche der Freundin im Haus gefunden und es gab einen fürchterlichen Krach. Sie beruhigte sich dann aber schnell auch wieder und verließ bald darauf die Insel, um wieder beim sechsjährigen Sohn, von dem ich bis dahin auch nichts wusste zu sein.

Bald darauf stand die andere Frau wieder da und alles nahm wie gewohnt mühsam seinen Lauf.

Die mittlerweile ganz offensichtliche Unehrlichkeit dieses Mannes ging mir immer mehr auf die Nerven und ich fragte mich, womit er mich in Wirklichkeit anlog oder betrog?

Mein mitgebrachtes Auto war zwischenzeitlich kaputt gegangen und verkauft worden und der Erlös ging, da es ja noch nicht bezahlt war in die Firma, die die Kosten bei meinem Bekannten beglich. Zudem war ein, von Anfang an in der Firma beschäftigter, südafrikanischer Mechaniker ebenfalls heiss verliebt und zur Heirat in seine Heimat verschwunden.

Eines Abends dann stand plötzlich dieser T. wutentbrannt mit seiner Freundin bei mir in der Wohnung in Puerto del Carmen und meinte er hätte sie mitgebracht, damit sie gleich bei mir bleiben könne.

Mit Tränen in den Augen beteuerte sie aber, das es nicht so sei. Ich war völlig perplex.

Plötzlich fing T. wie eine Bestie an, sie zu schlagen. Er hatte sich in eine unglaubliche Wut hinein gesteigert und gab ihr am Ende mit seinem Cowboystiefel auch noch einen Karatekick ins Gesicht.

Was konnte ich denn tun? Die blanke Angst hatte mich gepackt und ich hasste mich selbst, das ich ihm nicht das neben mir liegende Messer in den Rücken stach, damit er ruhig war.

Am nächsten Tag beim deutschen Arzt dessen Rechnung in „bar“ beglichen wurde, stellte sich ein Jochbeinbruch bei ihr heraus. Beim Arzt hat sich niemand danach richtig erkundigt, wo die Verletzungen her waren.

Ich fühlte mich total in der Falle bei ihm und hätte ihn, nur zur Sicherheit, am liebsten fast umgebracht.
Seine Freundin war ab da natürlich ihrer Gesundheit zuliebe völlig tabu für mich und meine Sorgen und Ängste in diesem fürchterlichen Klima in der Falle eines gewalttätigen Verbrechers wurden fast unerträglich.

Irgendwie lernte ich dann, trotz meiner schlechten Verfassung und trotz meiner Schüchternheit, doch eine nette Touristin ( C.H.) kennen, die sich gleich in mich verliebte.

Nach ein paar aufregenden Urlaubstagen schrieb sie mir, nach ihrer Rückkehr nach Deutschland, fast täglich eine Karte oder einen Brief.

Ich war aber leider nicht wirklich in sie verliebt, aber sie strengte sich so sehr an und so ergab ich mich meinem Schicksal und landete am 12. Januar 1997 in Hamburg, wo sie mich abholte und wir ab da zusammen in einem kleinen Haus in einem Dorf namens Worpswede bei Bremen lebten.

Um ihr möglichst nicht extra auf der Tasche zu liegen, verkaufte ich für eine Firma in Süddeutschland Bildvisitenkarten. Trotz meiner extremen Schüchternheit konnte ich zumindest theoretisch so viel verkaufen, das ich immerhin davon hätte leben können.

Leider wurde ich auch von dieser Firma betrogen und bekam wieder kein Geld von den Verkäufen ab. Da ich keinerlei finanzielle Möglichkeiten hatte konnte ich mich auch nicht rechtlich wehren und sie haben mich völlig grundlos, nach getaner Arbeit, einfach nicht bezahlt.

Trotz großer Anstrengungen wurde das Verhältnis zu dieser Freundin immer schwieriger, da sie spürte, das ich sie nicht wirklich liebte. Obwohl sie sich sehr anstrengte, konnten wir einfach nicht mehr so weiter machen. Ich bin einfach kein brauchbarer Lügner oder gar Heiratsschwindler, weshalb wir uns schnell trennen wollten.

So blieb mir wieder nichts anderes übrig als wohl oder übel wieder diesen T. auf Lanzarote um Rat zu fragen, ob er noch eine Idee hätte? Der meinte gleich, er hätte heraus gefunden, dass man mit attraktiven, besonders sportlich wirkenden Autos aus Deutschland da unten gutes Geld verdienen konnte, was mir auch auf Grund anderer Hinweise aus anderen Richtungen gut einleuchtete.

Er meinte deshalb, sein Vater in Süddeutschland hätte noch einen alten BMW dort stehen, der in DE fast wertlos wäre und auf Lanzarote als Anfang gut geeignet wäre. Außerdem sei jemand anderes (G.T.) in Deutschland der noch ein weiteres Auto mit brächte.

So fuhr ich mit dem Zug von Bremen nach Süddeutschland in den Schwarzwald und fuhr diesen alten, aber extrem langweiligen, weissen  3er BMW nach Hamburg zum Hafen, von wo aus er auf die Kanaren verschifft wurde.

Auf meine Frage, womit ich ein weiteres Auto kaufen und bezahlen solle, meinte T. , er würde mir Geld schicken. Auf die weitere Frage wo er denn das Geld plötzlich her hätte, antwortete er, dass das Ostergeschäft mit den Trikes ganz gut gelaufen wäre, was mich zwar überraschte, aber plausibel klang.

Ich fand schnell einen passenden weiteren BMW in knallrot mit allen Schikanen für wenig Geld.

Dennoch beliefen sich die Kosten für das Auto inklusive Fahrt auf über DM 4000,-. Das bedeutete das das Auto inklusive Ummeldung, Steuern und kanarischer Anmeldung ca. DM 6000,- kosten würde und voraussichtlich mindestens DM 10000 einbringen würde.

Mit neuem Mut machte ich mich mit diesem BMW auf den Weg durch Frankreich, Spanien nach Cadiz und dort auf die Fähre auf die Kanaren.

Unterwegs traff ich noch eine alte, wahnsinnig reiche Bekannte, die sich ca. ein Jahr vorher öfters mit mir getroffen hatte, sie mir aber zu reich und zu „irgendwas“ war. Zumindest habe ich mich nicht in sie verliebt und sie aber auch nicht ausgenutzt und sie lud mich zu einem Treffen in der Innenstadt in Freiburg ein. Sie hat mich einige Zeit später bei einem Telefonanruf gewarnt dass ich mir die Leute besser ansehen sollte mit welchen ich geschäftlich verkehre. keine Ahnung, wo sie diese Informationen über T. her hatte. 

Als ich unten ankam war die Überraschung umso erschreckender, denn T.  teilte mir plötzlich eiskalt mit, er habe das Geld tatsächlich nur ausgeliehen, aber alles käme in Ordnung.

Auf meine Frage, wer ihm denn Geld geliehen hätte, sagte er, das diejenigen es nicht gewusst hätten, da er es von alten Kreditkarten-Kundenkonten abgebucht hätte. Diesen Leuten hätte er jeweils einen Brief geschrieben das die Abbuchung in Höhe von umgerechnet DM 5000,- versehentlich geschah und er um Übermittlung der Kontodaten zur zügigen Rücküberweisung des Geldes bat.

Ich war total entsetzt das er mich in solche miesen Geschäfte mit hinein gezogen hatte, aber er meinte ich solle mich beruhigen, da nach dem Verkauf des BMW alles wieder in Ordnung wäre und er ja auch nicht anders zaubern hätte können. Das Geschäft wäre einfach tot und es gäbe zu viele Rechnungen.

Ab diesem Tag konnte ich kaum noch schlafen, bis ich übergangslos plötzlich trotz stundenlangem Schlaf kaum noch auf die Beine kam.

Später kam mir zu Ohren, das ich, ab dem Tag meiner Ankunft mit dem Auto, jeden morgen einen, mit Beruhigungsmittel präparierten Kaffee bekam, da auch Gebäck immer dazu schon da war, weshalb ich immer eifrig trank und immer müde war.

Der dumme, gestörte Österreicher war, mit Pferdeschwanz und Seeräuber-Kopftuch damit beschäftigt und unterwegs, die Papiere für den Verkauf der Autos zu besorgen.

Ich war völlig verzweifelt und wusste vor lauter Sorgen nicht mehr ein noch aus. Ich sprach so gut wie kein Spanisch, hatte kein Geld und auch keine Ideen mehr, wo ich hätte hin gehen, oder was ich hätte tun können.

Die Freundin von T.  war zwischenzeitlich auch noch dazu schwanger geworden. Sie lebte irgendwo in Deutschland und seine Ehefrau lebte mit Sohn mittlerweile fest auf der Insel.

Von T. hatte ich eine Liste mit den auf Geld für die falschen Abbuchungen wartenden Leuten aus Deutschland erhalten, welchen ich, wenn sie anriefen, mitteilen sollte, das er sich bei ihnen melde, was aber nie tat.

Dann waren endlich alle Papiere für mein mitgebrachtes Auto vollständig. Wie durch ein Wunder wurde es, am ersten Tag an dem es zum Verkauf vor der Firma stand, für umgerechnet DM 12000,- verkauft. Jedoch konnte man gar nicht so schnell schauen wie das Geld für alle möglichen zu begleichenden Rechnungen wieder weg war und wir damit auf den Verkauf der anderen beiden Autos, der sich aber mangels Interessenten hinzog, warten mussten, um das von den Kreditkarten abgebuchte Geld zurück zu bezahlen.

Da nun absolut kein Geld mehr für eine Wohnung für mich da war, schlief ich seit meiner Ankunft auf der Insel in der Garage der Firma, wo es auch ein kleines Bad gab.

Während meiner Abwesenheit in Deutschland wurde wohl ein italienischer ziemlich krimineller Typ von den „Hells Angels“ in der Firma als Mechaniker angestellt. 

Ausgerechnet diesem weitere, offensichtlich richtig gewalttätigen Verrückten fehlte plötzlich sein Geldbeutel . Da ich ja aus Geldmangel, notgedrungen in der Firma schlief, verdächtigte er mich des Diebstahls. Er wollte gerade anfangen mich dafür zu verprügeln, als T. als Retter dazwischen ging und ihn beruhigte. An diesem Tag erlaubte T. mir, mit nach Tias in sein Haus zu kommen, um mich einmal richtig auszuschlafen. Bis heute bin ich davon überzeugt, das T. diesen Geldbeutel verschwinden lies.

Ich war völlig arglos in der absoluten Hölle gelandet und war völlig am Ende.

Dann kam T.  auf mich zu und meinte er würde genug von dem Theater auf Lanzarote haben und wolle schnellstens auf die Bahamas abhauen. Er hätte eine gute Idee, wie wir das Geld dafür besorgen würden und ob ich für die Hälfte, der bestimmt genügend großen Summe, Geschäftsführer der Firma werden wollen würde?

Ich sagte ihm das ich überhaupt nicht wissen möchte, was er im Schilde führt, keine krummen Geschäfte mitmache und wie sehr ich von ihm enttäuscht war.

Darauf meinte er nur wortwörtlich, dann müsse ich in Zukunft die Augen zu machen und weg schauen, was passieren würde. Er würde den Österreicher fragen, der sicher mitmachen würde.

Ich war völlig in Panik, konnte aber nichts tun.

Ein paar Tage später gingen beide zusammen dann zum Notar. Als sie zurück kamen machten sie sich gleich an der Kreditkarten-Maschine zu schaffen. Ich lag mit meiner Vermutung richtig.

Die langen Wochen vorher hatte er genau abgecheckt und getestet, wie lange es dauerte bis sich die Leute wegen der falschen Abbuchungen beschwerten und nun ging es richtig und im grossen Stil los.

Ich konnte, auch wegen der verabreichten Beruhigungsmittel, kaum noch einen klaren Gedanken fassen und sah aus der Ferne zu, wie nun alles völlig zerstört wurde und gar keine Hoffnung mehr bestand in dieser Firma noch länger bleiben und arbeiten zu können.

Im Zustand völliger Panik und Stress in der Firma meinte T. wir hätten uns einmal einen Tag Pause verdient. Er hätte für einen Tag ein Boot angemietet, wozu ich aber bei der finanziellen Lage der Firma nur den Kopf schütteln konnte.

Ich hatte auch alles andere, als Lust zum Angeln aber er überredete mich, in der Mittagspause dann doch dazu zu steigen und mit raus auf das Meer zu fahren.

Kurze Zeit später funktionierte dann aber die Kreditkarten-Maschine nicht mehr. Die Bank hatte sich über die vielen Eingänge gewundert und Kunden hatten sie auf Nachfrage der Bank informiert, dass unrechtmäßig Geld abgebucht war.

Nach meiner Rückkehr aus Deutschland mit dem BMW hatte T. mir erklärt, das wir, zusätzlich zu den lukrativen Autos, auch Häuser über das damals 1997 noch nicht sehr verbreitete Internet, verkaufen könnten, was mir als gutes Geschäft auch einleuchtete.

Dafür sollte ich dringend lernen wie man Fotos einscannt, die dann auf Webseiten gezeigt wurden.

Der Bank erzählte T. nach der Sperrung das die Abbuchungen auf Grund von Time- sharing-Verträgen vorgenommen wurden, auf denen die Unterschriften der Käufer drauf waren.

Diese Unterschriften hatte er von alten Belegen abgescannt und in die fingierten Verträge eingefügt, die er der Bank als Beweis seiner Richtigkeit vorlegte.

Kurz darauf wurde er verhaftet. Obwohl es klar war, das es soweit kommen musste, machten alle ein betroffenes Gesicht. Zu der Zeit war meine frühere Freundin aus Deutschland für einige Tage zu Besuch und ich verbrachte die Nächte bei ihr in einer Apartmentanlage.
Kurzentschlossen fand ich dort nach der Verhaftung von T. immerhin eine schlecht bezahlte Anstellung als Hausmeister und ebenso, auch nach Abreise meiner Exfreundin, ein Dach über dem Kopf. 

Der noch nicht verkaufte zweite BMW diente mir zwischenzeitlich als fahrbaren Untersatz, den ich aber bald darauf nach einem Anruf aus dem Gefängnis von T. sofort abgeben sollte.

Um auf dem Laufenden gehalten zu werden traf ich öfters den Anwalt von T.  der mir irgendwann mitteilte das ich zu einer Vernehmung mitkommen solle. Bei dieser Vernehmung bei der ich zunächst annahm als Zeuge aussagen zu müssen, wurde mir plötzlich mitgeteilt, das ich als Verdächtiger ja auch einen Anwalt bräuchte. Ich fiel aus allen Wolken, aber tatsächlich war ich plötzlich zusätzlich zu allem auch noch Angeklagter.

Einige Monate später bekam ich einen Brief in dem ich erfuhr, das der zuständige Staatsanwalt 6 Jahre Gefängnis für meine Mittäterschaft fordere. Das konnte doch gar nicht sein. Ich war über eine Ewigkeit in der Hölle mit diesen Leuten gefangen und nun sollte ich auch noch dafür büßen?

Monate später traf ich bei der Firma Megafun den Östereicher.

Er erzählte mir brühwarm, dass er damals den Auftrag hatte, mich im Meer zu ertränken.
Aber er meinte, er hätte es irgendwie nicht über sein Herz gebracht.  So dass es so aussähe als wäre ich mit dem ganzen, abgebuchten Geld abgehauen.
Es war wohl eine Summe von einer Million abzubuchen geplant und er sollte dafür die Hälfte bekommen. 

Ich hatte richtig gehört? Er hatte den Auftrag mich umzubringen? Nach eineinhalb Jahren loyaler Unterstützung und dauerhaft 7 Tage Wochen Arbeiten? Als Belohnung für meine Loyalität? 

Lange Zeit machte mir die Geschichte furchtbar zu schaffen. Ich führte noch mehr wie zuvor schon, ein, für normale menschliche Verhältnisse, extrem ehrliches Leben, auch um vielleicht für den Notfall, wenn möglich, wenigstens genügend Zeugen und Material zu sammeln, welches meine Ehrlichkeit belegt.

Diese beschriebenen Vorfälle geschahen zwischen 09/1995 bis zum Ende des Jahres 1997.

Letztes Jahr, am Freitag den 18.Mai 2009 wollte ich, völlig unbedarft, bevor ich den Tag am Famara Strand verbringen wollte, meine erneuerte,  spanische „Residenzia“ bei der National-Polizei abholen. Plötzlich aber steckte ich in Handschellen und kam für 9 Tage ins Gefängnis.
Die Begründung war, dass ich bei einer im Jahre 2005 angesetzten Verhandlung nicht anwesend war, von der ich aber, trotz immer korrekt vorliegender Adresse, nicht informiert war und nichts davon wusste.

Mit Hilfe eines Anwalts wurde ich nach ewig langen 9 Tagen wieder entlassen und sollte, auf freiem Fuß, bis zum 30. September zur endgültigen Verhandlung warten.

Schon seit Anfang 2006 war ich aber wegen schwerster Depressionen mit Suizidgedanken bereits krank geschrieben und wurde durch dieses Erlebnis der Gefangenschaft erst recht völlig depressiv und panisch.

Da ich am 30. September 2009, dem mitgeteilten Termin der Verhandlung, dann bereits einige Wochen in Deutschland zur Valium-Entwöhnung in einer psychiatrischen Klinik war, wurde die Verhandlung bis zu meiner Genesung verschoben.

Mitte Oktober 2009 hat man mich dann mit einem Attest mit der Bitte um einen möglichst kurzfristigen Termin für eine Verhandlung entlassen, da meine Gedanken während der Therapie, sich nur um diese Verhandlung drehen.

Bisher steht jedoch kein neuer Termin für diese Verhandlung fest und meine Angst davor, unschuldig und eigentlich selbst eher als Opfer im Gefängnis zu landen, wird von Tag zu Tag immer unerträglicher.

Ich habe mir nichts zu schulden kommen lassen und ich vegetiere seit dem nur noch wie ein Zombie dahin, weil sich alles so anfühlt, als lohnt es sich nicht mehr.

(geschrieben 20.01.2010)

Im November 2010 erhielt ich von meinem Anwalt die Nachricht, dass alles erledigt und überstanden sei und ich wieder ein unbescholtenes Blatt sei.